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Reinigungsfilze – Filzpfropfen, Patches und Werg für die Laufreinigung
Der Lauf ist die Stelle, an der sich Verbrennungsrückstände, Geschossabrieb und altes Öl sammeln – und er lässt sich nicht zerlegen, sondern nur durchziehen. Dafür ist das Verbrauchsmaterial in dieser Kategorie gedacht: Filzreiniger und Filz-Pfropfen in den Ausführungen Klassik und Spezial, eigene Filze für die Kammern von Revolvertrommeln, Patches aus Mikrofaser und aus Zellstoff sowie loses Reinigungswerg für Gewehr und Flinte.
Für die Auswahl brauchen Sie zwei Angaben: das Kaliber Ihrer Waffe und die Aufnahme, die auf Ihrem Putzstock sitzt. Filz und Patch werden über unterschiedliche Adapter geführt – der Filz-Adapter nimmt den Filzkörper auf, der Patch-Adapter das flache Tuch. Ohne die passende Aufnahme bleibt die Packung ungenutzt im Schrank liegen.
Beim Revolver kommen zwei Arbeitsgänge zusammen: Der Lauf wird wie bei jeder anderen Waffe durchgezogen, für die Kammern der Trommel gibt es eigenes Material – sie nehmen die vollständige Patrone auf und sind deshalb weiter als der Lauf derselben Waffe. Ob ein Filz für den Lauf oder für die Trommel gedacht ist und in welcher Ausführung er vorliegt, steht jeweils in der Artikelbezeichnung.
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Filz, Patch oder Werg – wie sich die Materialien unterscheiden
Alle drei tragen Rückstände aus dem Lauf, gehen dabei aber verschieden vor. Ein Reinigungsfilz ist ein fertig geformter Körper im Maß eines bestimmten Kalibers. Er wird auf den Filz-Adapter gesetzt, füllt den Lauf aus und schiebt den gelösten Rückstand vor sich her. Gefaltet oder zugeschnitten wird dabei nichts – dafür ist er an das eine Kaliber gebunden, für das er gefertigt wurde.
Ein Patch ist ein flaches Stück Material, das seine Form erst auf dem Patch-Adapter bekommt. Runde Mikrofaser-Patches sind über ihren Durchmesser einem Kaliberbereich zugeordnet, Zellstoff-Patches sind flache Streifen. Weil die Passung über die Faltung entsteht, deckt ein Patch mehr als ein Kaliber ab – die Feinabstimmung liegt dafür in Ihrer Hand. Werg ist loses Fasermaterial, das portionsweise abgezupft und um die dafür vorgesehene Aufnahme des Putzstocks gewickelt wird. Es passt sich jedem Maß an und wird frei dosiert; angeboten wird es getrennt für Gewehr und Flinte.
Klassik, Spezial und Trommelreiniger – die Ausführungen auseinanderhalten
Die Filzreiniger tragen im Namen entweder den Zusatz Klassik oder den Zusatz Spezial. Beide werden auf denselben Filz-Adapter gesetzt und durch den Lauf geführt. Das führende Auswahlmerkmal bleibt trotzdem das Kaliber, denn nicht jede Ausführung wird für jedes Kaliber angeboten. Wo beide zur Wahl stehen, zeigt sich erst in der Praxis am eigenen Lauf, welche Ihnen mehr liegt – kleinere Gebinde eignen sich dafür besser als eine Großpackung.
Der Trommelreiniger ist keine dritte Qualität, sondern eine eigene Ausführung für den Revolver: Ein Filz, der im Lauf sauber trägt, hat in der weiteren Kammer zu viel Luft und liegt nicht mehr rundherum an. Für Lauf und Trommel stehen deshalb zwei Arbeitsgänge mit zwei unterschiedlichen Filzen an.
Kaliber, Gauge und Patch-Durchmesser – die passende Größe finden
Kaliberbezeichnungen werden teils in Zoll, teils in Millimeter geführt; maßgeblich ist die Angabe auf der Waffe und nicht die Beschriftung der Munitionsschachtel. Die gewachsenen Bezeichnungen sind keine exakten Maßangaben; Waffen gleicher Bezeichnung können sich im Maß unterscheiden. Bei Flinten wird stattdessen in Gauge gerechnet, und dort dreht sich die Logik um: Die kleinere Zahl steht für den größeren Lauf.
In der Praxis merken Sie einen zu kleinen Filz daran, dass er ohne Widerstand durchrutscht und der nächste Durchgang genauso schmutzig aussieht wie der erste. Ein zu großer Filz kostet spürbar Kraft und kann den Putzstock im Lauf verklemmen. Runde Patches sind hier gutmütiger, weil ihr Durchmesser einem Kaliberbereich zugeordnet ist: Läuft ein Patch zu locker, hilft oft schon eine andere Faltung, bevor Sie zur nächsten Größe greifen.
Putzstock, Aufnahme und die Reihenfolge beim Reinigen
Vor dem ersten Handgriff wird die Waffe entladen: Magazin entnehmen, Patronenlager öffnen und sichtprüfen, beim Revolver die Trommel ausschwenken und die Kammern kontrollieren. Der Lauf zeigt während der gesamten Arbeit in eine sichere Richtung. Erst danach kommt der Putzstock zum Einsatz.
Filze und Patches sitzen nicht direkt auf dem Putzstock, sondern auf einer Aufnahme, die zu ihrer Bauform passt. Diese Spitzen werden auf den Stock geschraubt, und Putzstöcke haben nicht alle dasselbe Gewinde. Gleichen Sie das Gewinde Ihres vorhandenen Stocks ab, bevor Sie Verbrauchsmaterial und Aufnahme getrennt beschaffen.
Beim Reinigen gilt die Reihenfolge lösen, aufnehmen, kontrollieren: Die Bürste löst den festen Rückstand, Filz oder Patch nehmen ihn mit heraus, und der letzte Durchgang wird mit frischem Material so lange wiederholt, bis nichts mehr hängen bleibt. Jedes Stück geht dabei nur einmal durch den Lauf; ein zweiter Durchgang mit demselben Filz trägt den Schmutz wieder hinein. Ob trocken oder mit Öl benetzt gearbeitet wird, hängt davon ab, ob gereinigt oder anschließend konserviert werden soll. Arbeiten Sie, wo die Waffe es zulässt, vom Patronenlager in Schussrichtung. Wo nur von der Mündung aus gereinigt werden kann, schützt eine Laufführung den Mündungsbereich, der für die Präzision empfindlich ist.