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Schrupp- & Fächerscheiben – Abtragen, Verputzen und Finishen von Metall
Schweißnähte verputzen, Gussgrate abtragen, Rost von Blech holen, eine Kante vor dem Lackieren brechen: Für jeden dieser Schritte sitzt am Winkelschleifer eine andere Scheibe. Hier finden Sie die gebundenen Schruppscheiben für den groben Abtrag ebenso wie Fächerscheiben, die Abtrag und Oberflächenschliff in einem Arbeitsgang erledigen, dazu Vliesausführungen und Schleifschwämme für das Finish und kleine Fächerschleifer mit Schaft für den Gerad- oder Druckluftschleifer.
Der Unterschied steckt im Aufbau. Eine Schruppscheibe ist ein massiver, kunstharzgebundener Körper, der sich beim Arbeiten mit abnutzt und dabei kleiner wird. Eine Fächerscheibe besteht aus überlappenden Schleiflamellen auf einem Trägerteller; verbrauchtes Korn wird laufend freigelegt statt zu verglasen, und die Oberfläche bleibt gleichmäßiger. Vliesscheiben tragen kaum noch Material ab, sie mattieren, reinigen und nehmen Anlauffarben herunter.
Beim Trägerteller haben Sie die Wahl zwischen Glasfaser, die mit der Scheibe verschleißt, und Kunststoff, der sich mitschleifen lässt - beides erspart es, den Teller vor dem Ende der Lamellen zu wechseln. Wichtig ist vor jedem Aufspannen nur eines: Durchmesser, Bohrung und zulässige Drehzahl müssen zur Maschine und zur montierten Schutzhaube passen.
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Schruppscheibe oder Fächerscheibe – wann nehme ich was?
Beide Scheiben tragen Material ab, aber verschieden. Die Schruppscheibe ist ein massiver, kunstharzgebundener Schleifkörper mit gekröpfter Form. Sie hält hohe Seitenkräfte aus und nimmt in kurzer Zeit viel Material weg – die richtige Wahl für Schweißnähte, Gussgrate und Brennschnittkanten. Zurück bleibt eine gerillte Oberfläche, die einen weiteren Arbeitsgang braucht.
Die Fächerscheibe besteht aus überlappenden Schleifgewebelamellen. Sie schleift und glättet in einem Zug, arbeitet kühler und hinterlässt ein gleichmäßiges Schliffbild, mit dem man weiterarbeiten kann. Ihr Abtrag ist geringer, dafür bleibt sie über ihre Standzeit gleich aggressiv, weil mit dem Verschleiß immer neue Kornlagen freigelegt werden. Für den letzten Schritt – Mattieren, Entfernen von Anlauffarben – kommen Vliesscheiben zum Einsatz, die kaum noch Material abtragen, aber die Oberfläche vereinheitlichen. Was nie zum Schruppen taugt, ist eine Trennscheibe: Sie ist für Belastung in Schnittrichtung ausgelegt und kann bei seitlichem Druck brechen.
Welches Schleifkorn zu welchem Werkstoff passt
Das Korn entscheidet über Abtrag, Standzeit und Wärmeentwicklung. Normalkorund ist das vielseitige Standardkorn für unlegierten Stahl. Zirkonkorund bricht unter Druck immer wieder in scharfe Kanten auf, hält dadurch länger stand und ist die übliche Wahl für hohen Abtrag an Stahl und Edelstahl. Keramikkorn schärft sich mikroskopisch selbst nach, verlangt dafür aber Anpressdruck und eine Maschine mit Leistung – zu leicht geführt, stumpft es ab, statt zu schneiden.
Bei nichtrostendem Stahl kommt es auf mehr als das Korn an. Achten Sie auf die Kennzeichnung als eisen-, schwefel- und chlorfrei, oft als INOX oder Fe/S/Cl-frei angegeben. Eingeschleppte Eisenpartikel setzen sich in der Oberfläche fest und rosten später als Fremdrost aus, obwohl der Grundwerkstoff einwandfrei ist. Aus demselben Grund darf eine Scheibe für Edelstahl vorher nicht an Baustahl gelaufen sein. Bei Aluminium ist Zusetzen das Problem: Hier helfen Scheiben mit Füllstoff, die das Schmieren verhindern.
Woran Sie eine sichere Scheibe erkennen
Auf jedem gebundenen Schleifkörper stehen die zulässige Höchstdrehzahl und die Umfangsgeschwindigkeit. Diese Drehzahl muss mindestens so hoch sein wie die Leerlaufdrehzahl Ihrer Maschine – eine Scheibe auf einer zu schnellen Maschine ist ein ernstes Sicherheitsrisiko. Ebenfalls aufgedruckt ist ein Verfallsdatum: Kunstharzgebundene Scheiben sind begrenzt haltbar, weil die Bindung mit der Zeit Feuchtigkeit aufnimmt und an Festigkeit verliert. Abgelaufene Scheiben gehören entsorgt.
Vor dem Aufspannen lohnt eine Sichtprüfung auf Risse und Ausbrüche; bei einer heruntergefallenen Scheibe ist Misstrauen angebracht, denn Haarrisse sieht man nicht. Lagern Sie Scheiben trocken und flach, montieren Sie sie nur mit den passenden Spannflanschen und lassen Sie die Maschine nach jedem Wechsel kurz im Leerlauf hochlaufen, bevor Sie ansetzen. Schutzhaube, Zusatzgriff, Schutzbrille und Gehörschutz sind bei diesen Arbeiten kein Zubehör, sondern Grundausstattung.
Anstellwinkel und Anpressdruck – der häufigste Anwendungsfehler
Die Schruppscheibe arbeitet in flachem Winkel zur Oberfläche; stellt man sie zu steil an, gräbt sie sich ein und hinterlässt Kerben, die man mühsam ausschleifen muss. Die Fächerscheibe wird noch flacher geführt, damit die Lamellen mit der Fläche und nicht mit der Kante tragen – sonst verschleißt der Außenrand, während der Rest der Scheibe unbenutzt bleibt.
Beim Druck gilt: Die Scheibe soll schneiden, nicht geschoben werden. Zu hoher Anpressdruck bremst die Maschine, erzeugt Hitze und lässt den Werkstoff blau anlaufen – bei Edelstahl geht dabei die Passivschicht verloren. Läuft eine Scheibe stumpf, hilft kein stärkeres Drücken, sondern ein anderes Korn. Und arbeiten Sie sich beim Feinschliff in Stufen durch die Körnungen: Jede Stufe muss die Riefen der vorherigen vollständig entfernen, sonst bleiben sie sichtbar.