- Sie haben noch keine Artikel in Ihrem Warenkorb.
Messschrauben nach DIN 863 – Bügelmessschrauben für die Feinmessung
Wo der Messschieber an seine Grenze kommt, beginnt die Bügelmessschraube. Ihre feingängige Spindel setzt jede Umdrehung in einen genau festgelegten Vorschub um und macht damit Außenmaße ablesbar, die ein Schieber nur noch schätzt. Hier finden Sie Bügelmessschrauben nach DIN 863 in mechanischer Ausführung mit Skalentrommel und als digitale Variante mit Anzeige – einzeln und als Satz mit gestaffelten Bügeln.
Die Bauform folgt aus dem Messbereich: Ein Bügel deckt immer nur eine begrenzte Spanne ab, größere Werkstücke verlangen einen größeren Bügel. Deshalb decken Sätze mit gestaffelten Bügeln den Bereich in Stufen ab, statt alles in einem Instrument zu versuchen. Mechanisch oder digital ist dagegen eine Frage der Arbeitsweise: Die Skalentrommel braucht keine Batterie und fällt nie aus, die digitale Anzeige lässt sich an beliebiger Stelle nullen, zwischen Millimeter und Zoll umschalten und im Halbdunkel schneller fehlerfrei ablesen.
Gemessen wird an Wellen, Bolzen, Blechen und Schneidplatten – überall dort, wo eine Passung eingehalten werden muss. Behandeln Sie das Instrument entsprechend: Es ist ein Messmittel und kein Werkzeug, und ein Sturz von der Werkbank macht aus einem Messgerät ein Anzeigegerät.
1 bis 7 (von insgesamt 7)
Warum die Ratsche wichtiger ist als das Gefühl
Eine Bügelmessschraube misst so fein, dass die Kraft, mit der die Messspindel am Werkstück anliegt, das Ergebnis bereits verändert. Genau dafür sitzt am Ende der Spindel eine Gefühlsratsche oder Rutschkupplung: Sie rutscht bei einer festgelegten Messkraft durch und sorgt dafür, dass jede Messung mit derselben Anlagekraft zustande kommt. Die letzten Umdrehungen gehören deshalb immer der Ratsche, nie der Skalentrommel.
Wer stattdessen an der Trommel zudreht, misst systematisch zu klein, weil das Werkstück federt und der Bügel sich minimal aufweitet - bei genügend Kraft dauerhaft. Zwei bis drei Klicks, dann ablesen: Diese Gewohnheit ist der größte Einzelbeitrag zu wiederholbaren Werten. Vor dem Ablesen oder bevor Sie das Teil entnehmen, arretieren Sie die Spindel mit der Feststellung; so verändert sich der Wert beim Herausnehmen nicht mehr.
Nullpunkt prüfen: der Schritt, den fast alle überspringen
Vor jeder Messreihe wird der Nullpunkt kontrolliert, und das dauert keine halbe Minute. Reinigen Sie zuerst die Messflächen: ein fusselfreies Tuch zwischen die Flächen legen, die Spindel leicht schließen und das Tuch herausziehen. Ein Ölfilm, ein Span oder ein Fingerabdruck zwischen den Messflächen erzeugt exakt die Abweichung, die Sie später am Werkstück suchen.
Anschließend fahren Sie die Messflächen mit der Ratsche zusammen - bei Instrumenten, deren Messbereich nicht bei null beginnt, auf das mitgelieferte Einstellmaß. Zeigt die Anzeige nicht null, wird sie justiert: bei mechanischen Ausführungen durch Verdrehen der Skalenhülse mit dem beiliegenden Stellschlüssel, bei digitalen durch Setzen des Nullpunkts per Taste. Diese Kontrolle gehört auch dann dazu, wenn das Instrument gestern noch gestimmt hat - und zwingend, nachdem es heruntergefallen ist.
Was das Messergebnis sonst noch verfälscht
Alle Maßangaben in der Fertigung beziehen sich auf eine Bezugstemperatur von 20 Grad Celsius. Ein Werkstück, das gerade von der Maschine kommt, ist warm und damit größer, als es nach dem Abkühlen sein wird. Lassen Sie beides - Teil und Messmittel - vor der Messung angleichen, fassen Sie das Instrument möglichst an den isolierten Auflagen an und halten Sie es nicht länger als nötig in der warmen Hand.
Die zweite Fehlerquelle ist die Lage. Die Messflächen müssen planparallel am Werkstück anliegen. An einer Welle pendeln Sie deshalb leicht um die Achse und über die Achse hinweg und nehmen den kleinsten angezeigten Wert - das ist der wahre Durchmesser; bei ebenen Flächen wie Blechen ist es umgekehrt der größte. Gemessen wird ausschließlich an stehenden Teilen, nie an laufender Spindel, und nicht an Stellen mit Grat, Zunder oder Farbresten.
Analog oder digital - und wie das Messmittel in Form bleibt
Mechanische Ausführungen brauchen keine Batterie, stören sich weder an Kälte noch an Kühlschmierstoff und werden über Skalenhülse und Trommel abgelesen, bei feiner Teilung zusätzlich über einen Nonius. Digitale Ausführungen liefern den Wert ohne Ablesefehler, lassen sich zwischen Millimeter und Zoll umschalten, an beliebiger Stelle auf null setzen und teilweise auslesen - dafür sind Batterie und Schutzart im Blick zu behalten, wenn es feucht oder ölig zugeht.
Zur Aufbewahrung gehört das Etui, und zwar mit leicht geöffneten Messflächen: Geschlossen aufbewahrt können die gehärteten Flächen bei Temperaturwechsel gegeneinander arbeiten oder festkorrodieren. Wischen Sie das Instrument nach Gebrauch ab und ölen Sie blanke Flächen leicht ein, aber legen Sie es nie zu Schraubenschlüsseln und Spänen in die Schublade. In Betrieben unterliegen Messmittel einer Prüfmittelüberwachung mit festen Kalibrierintervallen - ein Instrument ohne gültigen Nachweis liefert zwar Zahlen, aber keine belastbare Aussage über das Maß.