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Senkwerkzeuge – Schälbohrer, Stufenbohrer und Querlochsenker
Ein gebohrtes Loch ist selten fertig: Es trägt einen Grat, hat oft nicht den endgültigen Durchmesser und selten die Form, in der ein Schraubenkopf bündig verschwindet. Die Werkzeuge dieser Kategorie kommen deshalb nach dem Bohrer und bringen die Bohrung auf ihr fertiges Maß.
Drei Bauarten decken das ab. Kegelsenker nach DIN 335 arbeiten den Sitz für Senkkopfschrauben aus und nehmen dabei die Kante mit. Querlochsenker sitzen an einer schlanken Aufnahme und kommen an Austritte heran, die im Inneren eines Bauteils liegen. Stufenbohrer und Blechschälbohrer weiten dagegen auf: Ein einziges Werkzeug erreicht nacheinander mehrere Durchmesser und erspart in Blech, Profil und Gehäuse den ständigen Bohrerwechsel.
Angeboten werden die Werkzeuge einzeln und im Satz, blank oder mit titannitrierter Oberfläche, sortiert in der Kunststoffkassette. Wer viel an Blech, Gehäusen und Kabeldurchführungen arbeitet, kommt damit meist weiter als mit einem vollständigen Satz einzelner Spiralbohrer – bei dickwandigem Material bleibt es umgekehrt.
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Senken, entgraten, aufbohren – welches Werkzeug macht was?
Ein Kegelsenker erzeugt die konische Vertiefung, in der ein Senkkopf bündig verschwindet. Für metrische Senkkopfschrauben ist der 90-Grad-Kegel der Standard; abweichende Winkel kommen bei Nieten und Sonderköpfen vor, und wer den falschen Winkel senkt, bekommt den Kopf entweder nicht bündig oder nur auf einer schmalen Kante zur Anlage. Flach- oder Zapfensenker schaffen dagegen eine plane Auflagefläche, wie sie Zylinderkopfschrauben brauchen.
Der Querlochsenker ist der Spezialist für Bohrungen, die eine andere Bohrung oder ein Rohr kreuzen: Seine Schneide erreicht auch den schräg stehenden Austritt und nimmt den Grat weg, an dem sonst jede Dichtung und jede Hand hängen bleibt. Zum reinen Entgraten von Rundstahl und Blechkanten reicht ein einfacher Handentgrater – ein Senker dafür zu missbrauchen, kostet nur die Schneide.
Warum Senker rattern und wie Sie es abstellen
Rattermarken sind das typische Senkerproblem: statt einer glatten Kegelfläche entsteht ein gewelltes Muster. Ursache ist fast immer eine zu hohe Drehzahl bei zu geringem Vorschub. Senken verlangt deutlich weniger Drehzahl als Bohren, dafür stetigen Druck; wer zaghaft arbeitet, lässt die Schneide hüpfen und verstärkt die Welligkeit mit jeder Umdrehung.
Helfen können außerdem: das Werkstück fest spannen statt in der Hand halten, ein Senker mit ungerader oder einzelner Schneide, ein Tropfen Schneidöl und ein sauberes, rundlaufendes Bohrfutter. Ist die Fläche erst wellig, bekommen Sie sie nur wieder glatt, indem Sie mit geringerer Drehzahl und mehr Vorschub gleichmäßig durchsenken.
Stufen- und Blechschälbohrer richtig einsetzen
Beide Bauarten sind für dünnwandiges Material gemacht: Blech, Profile, Kunststoff, Gehäusewände. Ist das Material dicker als die jeweilige Stufe, führt sich das Werkzeug nicht mehr, verkantet und reibt statt zu schneiden. Körnen Sie den Mittelpunkt an oder bohren Sie klein vor, damit das Werkzeug nicht wandert, und unterlegen Sie dünnes Blech, damit es sich nicht aufstellt.
Wichtig ist die Drehzahl: Je größer der erreichte Durchmesser, desto langsamer muss es laufen – und bei nichtrostendem Stahl noch einmal deutlich langsamer, mit gleichmäßigem Druck und Kühlung. Ohne diesen Druck verfestigt die Oberfläche, und danach schneidet gar nichts mehr. Die Schlagbohrfunktion bleibt in jedem Fall aus, sie zerstört die Schneidkanten in Sekunden.
HSS, HSS-Co oder beschichtet – was brauchen Sie?
HSS ist der Standard für Stahl, Alu und Kunststoff und lässt sich gut nachschleifen. HSS-Co mit Kobaltanteil bleibt bei höherer Temperatur hart und ist die bessere Wahl für nichtrostende und zähe Werkstoffe. Eine Titannitrid-Beschichtung senkt die Reibung und erhöht die Standzeit, ersetzt aber keine passende Drehzahl – und beim Nachschleifen ist sie an der Schneide weg.
Ob ein Werkzeug noch taugt, sehen Sie an der Schneide: Blaue Anlauffarben bedeuten, dass es zu heiß geworden ist und an dieser Stelle Härte verloren hat – nachschleifen hilft dann nur, wenn Sie den gesamten überhitzten Bereich abtragen. Ausbrüche an der Kante und glänzend abgeriebene Fasen sind ebenfalls sichere Zeichen dafür, dass Nacharbeit ansteht.