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Fräser: Schweißpunktfräser, Frässtifte, Dichtsitzfräser
Punktschweißungen lassen sich nicht ausbohren, ohne das darunterliegende Blech zu verletzen. Ein Schweißpunktfräser trennt nur die obere Lage und lässt die untere stehen; für laufende Karosseriearbeit gibt es ihn auch als Druckluftgerät mit wechselbarer Fräskrone. Daneben stehen hier HSS-Frässtifte in Kugel-, Kegel- und Walzenform zum Entgraten und Erweitern sowie Dichtsitzfräser für Ventilsitze, Injektorsitze und Ölablassschrauben, mit denen eine undicht gewordene Sitzfläche im eingebauten Zustand wieder plan wird.
Auf die Drehzahl achten: Fräser laufen deutlich langsamer als Bohrer, sonst brennt die Schneide aus, bevor sie Span abnimmt. Beim Schweißpunktfräsen vorher ankörnen, damit die Krone nicht wandert, und nur so tief gehen, bis sich der Punkt löst.
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Welcher Schneidstoff passt zu welchem Werkstoff?
Der Schneidstoff entscheidet darüber, ob ein Fräser arbeitet oder nur heiß wird. HSS (Schnellarbeitsstahl) ist zäh, verträgt Stöße und leichtes Verkanten und deckt Stahl, Guss und Nichteisenmetalle bei moderaten Drehzahlen ab. Ein Cobalt-Anteil in der Legierung erhöht die Warmhärte, sodass die Schneide auch dann noch schneidet, wenn es an der Kontaktstelle heiß wird - genau das ist beim Ausfräsen von Schweißpunkten der Fall.
Hartmetall ist deutlich härter und hitzebeständiger, erlaubt höhere Schnittgeschwindigkeiten und hält in zähen oder gehärteten Werkstoffen länger durch. Der Nachteil ist Sprödigkeit: Hartmetall verträgt weder Schlag noch Hebeln noch ein ratterndes Werkstück - eine ausgebrochene Schneidenecke ist nicht reparabel. Diamantbeschichtete Werkzeuge spanen nicht, sie schleifen; sie gehören an Stein, Fliese, Glas, Keramik und faserverstärkte Kunststoffe. In Stahl sind sie fehl am Platz, weil Kohlenstoff bei hoher Temperatur in Eisen diffundiert und die Diamantschicht dabei zerstört wird.
Verzahnung, Form und Schaft: die drei Angaben, auf die es ankommt
Die Verzahnung bestimmt den Span. Kreuzverzahnte Frässtifte erzeugen kurze, bröselige Späne und sind die Allzwecklösung für Stahl und Gusseisen. Einfachverzahnte Werkzeuge mit großen Spanräumen gehören an Aluminium, Kupfer und Kunststoff - weiche Werkstoffe setzen eine feine Verzahnung binnen Sekunden zu, der Stift schmiert dann nur noch und reißt die Oberfläche auf.
Die Form folgt der Aufgabe: Kugelform für Rundungen, Hohlkehlen und das Ausarbeiten von Vertiefungen, Kegel- und Spitzkegelform für Anfasen, Ecken und Entgraten, Zylinderform für gerade Flanken, Nuten und das Erweitern von Bohrungen. Der Schaft schließlich muss zur Spannzange passen und möglichst tief eingespannt werden. Je weiter das Werkzeug herausragt, desto stärker schlägt es - und Schlag bringt Hartmetall zum Bruch. Ein verbogener Schaft gehört aussortiert - er ruiniert die Spannzange gleich mit.
Woran erkennen Sie, dass ein Fräser stumpf wird?
Ein scharfes Werkzeug zieht sich selbst ins Material und nimmt Span ab, ohne dass Sie drücken müssen. Wenn Sie anfangen zu drücken, ist die Schneide bereits hinüber. Weitere Anzeichen: Das Werkzeug rattert und springt, statt gleichmäßig zu schneiden; die Späne werden zu Staub oder verfärben sich blau; das Werkstück glüht an der Bearbeitungsstelle.
Vorbeugen lässt sich das vor allem mit Schmierung. Ein Tropfen Schneidöl auf Stahl und ganz besonders auf Aluminium verhindert, dass sich Werkstoff an der Schneide festsetzt und dort eine Aufbauschneide bildet - bei Aluminium ist das der häufigste Grund für plötzlich unbrauchbare Werkzeuge. Führen Sie den Fräser gleichmäßig und lassen Sie ihn nicht an einer Stelle stehen; Reibung ohne Vorschub erzeugt nur Wärme. Verschlissene Frässtifte lassen sich nicht sinnvoll nachschärfen, weil dabei das Profil verloren geht.
Sicher arbeiten mit hochdrehenden Werkzeugen
Fräswerkzeuge laufen schnell und werfen Späne tangential ab, oft heiß und scharfkantig. Eine Schutzbrille ist deshalb nicht verhandelbar, bei längeren Arbeiten kommt Gehörschutz dazu. Handschuhe haben an drehenden Werkzeugen nichts zu suchen: Sie werden erfasst und ziehen die Hand mit hinein - dasselbe gilt für weite Ärmel, Halsketten und offene lange Haare.
Das Werkstück wird gespannt, nicht gehalten. Ein Blech, das sich losreißt, wird zum Geschoss und zur Schnittkante zugleich. Prüfen Sie die zulässige Höchstdrehzahl des Werkzeugs und halten Sie die Drehzahl des Antriebs darunter. Bei Arbeiten am Fahrzeug lohnt der Blick auf die Rückseite: Was hinter dem Blech liegt, wird mitgefräst, sei es eine Leitung, ein Tank oder ein Kabelbaum; die Batterie wird vorher abgeklemmt. Und weil Funken und heiße Späne fliegen, gehören brennbare Materialien, Lösemittel und Dämmstoffe aus dem Umkreis - bei Stein, Faserverbund und beschichteten Oberflächen kommt zusätzlich Absaugung oder Atemschutz ins Spiel.