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Hautschutz & Pflege – Reinigung und Pflege für beanspruchte Hände
Hände, die täglich mit Öl, Fett, Kühlschmierstoff und Reinigern in Berührung kommen, verlieren ihren natürlichen Schutzfilm schneller, als er sich nachbildet. Hier finden Sie die Produkte, die diesen Kreislauf unterbrechen: Hautschutzcreme für vor der Arbeit, Handwaschpasten und Hautreiniger für danach, Pflegeemulsionen für den Feierabend sowie Spender für die dosierte Entnahme am Waschplatz. Dazu kommt die kleine Erstversorgung für Schnitte und Schürfwunden.
Die Reinigungsprodukte unterscheiden sich nach dem Schmutz, gegen den sie antreten. Waschpasten mit Reibekörper nehmen Öl, Ruß und Lack mechanisch ab, ohne dass zu Lösemitteln gegriffen werden muss. Milde Handreiniger reichen für leichte bis mittlere Verschmutzung und schonen die Haut beim häufigen Waschen. Schutz- und Pflegeprodukte tragen dagegen nichts ab: Sie legen einen Film zwischen Haut und Schmutz beziehungsweise bauen den Fett- und Feuchtigkeitshaushalt wieder auf.
Im Betrieb gehört zu diesen Produkten ein fester Platz. Ein Spender über dem Waschbecken sorgt dafür, dass die Creme auch dann benutzt wird, wenn es schnell gehen muss – eine Tube in der Schublade schafft das nicht. Dasselbe gilt für die Pflasterbox: Sie gehört dorthin, wo gearbeitet wird, nicht ins Büro.
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Warum drei Schritte und nicht nur Seife?
Die äußere Hornschicht der Haut ist mit einem dünnen Fett- und Feuchtigkeitsfilm überzogen, der Krankheitserreger und Schadstoffe abhält. Jeder Waschgang entfernt einen Teil davon; wer täglich mit Öl, Fett und hartnäckigem Schmutz umgeht und entsprechend häufig wäscht, arbeitet gegen diese Barriere an. Deshalb ist die Reihenfolge aus Hautschutz vor der Arbeit, schonender Reinigung danach und Pflege zum Feierabend keine Kosmetik, sondern die einzige Methode, die Barriere im Gleichgewicht zu halten.
Der Schutz vor der Arbeit hat dabei einen doppelten Nutzen: Er legt einen Film zwischen Haut und Schmutz, sodass sich Verunreinigungen anschließend mit deutlich weniger Reibung entfernen lassen. Betriebe fassen die passenden Produkte in einem Hautschutzplan zusammen, der aus der Gefährdungsbeurteilung nach TRGS 401 hervorgeht und am Waschplatz aushängt. Auch wer allein in der eigenen Werkstatt arbeitet, fährt mit dieser Systematik besser.
Welches Produkt für welche Verschmutzung?
Die Auswahl richtet sich nach dem Stoff, mit dem Sie umgehen. Für wasserunlösliche Verschmutzungen - Öl, Fett, Ruß, Lack, Bitumen, Klebstoff, Graphit - ist eine Schutzcreme mit filmbildenden Bestandteilen richtig; sie verhindert, dass sich die Stoffe in Hautfalten und Poren festsetzen. Bei Feuchtarbeit und wasserlöslichen Stoffen wie Kühlschmierstoff-Emulsionen, Reinigungsmitteln oder Zementwasser braucht die Haut umgekehrt einen fettenden, wasserabweisenden Schutz. Auch langes Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe zählt zur Feuchtarbeit, weil die Haut im eigenen Schweiß aufquillt und dadurch durchlässiger wird.
Silikonfrei ist dabei kein Werbewort. Silikonrückstände wandern über die Hände auf Bauteile und verursachen in der Lackierung Kraterbildung und beim Kleben Haftungsstörungen - in Karosserie-, Lackier- und Klebebetrieben ist silikonfrei deshalb Pflicht, nicht Geschmackssache. Parfümfreie Varianten sind sinnvoll, wenn die Haut bereits gereizt ist. Und Hautschutzcreme wirkt nur, wenn sie vollständig aufgetragen wird: Fingerzwischenräume, Nagelfalz und Handrücken werden am häufigsten vergessen - und dort beginnen Ekzeme.
Womit Sie Ihre Hände auf keinen Fall reinigen sollten
Bremsenreiniger, Verdünnung, Benzin, Aceton und Kaltreiniger lösen Fett zuverlässig - auch das Hautfett. Sie entfetten die Haut restlos und können Schadstoffe über die Haut in den Körper schleusen. Als Handreiniger sind sie tabu, egal wie hartnäckig der Schmutz sitzt.
Die richtige Antwort auf groben Schmutz ist eine Handwaschpaste mit Reibekörper, die mechanisch statt chemisch arbeitet. Seifen- und lösemittelfreie Rezepturen sind für den täglichen Gebrauch gedacht, weil sie den Fetthaushalt weniger stark angreifen. Feine, abgerundete Reibekörper aus nachwachsenden Rohstoffen reinigen wirksam, ohne die Hornschicht aufzurauen - scharfkantiger Sand tut das nicht. Waschen Sie mit lauwarmem statt heißem Wasser und trocknen Sie gründlich ab, besonders zwischen den Fingern. Restfeuchte unter Handschuhen ist einer der häufigsten Auslöser für Hautprobleme.
Woran Sie merken, dass die Haut Hilfe braucht
Die ersten Anzeichen sind unspektakulär und werden deshalb übergangen: ein Spannungsgefühl nach dem Waschen, raue Stellen, feine Risse an Fingerkuppen und Nagelfalz, Rötungen auf den Handrücken. Wer jetzt nichts ändert, riskiert ein chronisches Handekzem - Hauterkrankungen zählen zu den am häufigsten gemeldeten Berufskrankheiten. Ein weiteres Warnsignal: Ein bislang verträglicher Reiniger brennt plötzlich.
Zwei organisatorische Kleinigkeiten helfen mehr, als man vermutet. Erstens ein Wandspender statt einer offenen Dose: Die Entnahme bleibt dosiert, niemand greift mit ölverschmierten Fingern in den Vorrat, und der Füllstand ist sichtbar, bevor der Behälter leer ist. Zweitens erreichbares Verbandmaterial: Kleine Schnitte an Händen, die ständig mit Öl und Kühlschmierstoff in Berührung kommen, heilen schlecht und entzünden sich leicht.