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Handschutz – Schutzhandschuhe für Mechanik, Schnittschutz und Chemie
Handschutz ist keine Zutat, sondern die persönliche Schutzausrüstung, die am häufigsten gebraucht und am schnellsten verschlissen wird. Hier stehen die gängigen Familien nebeneinander: beschichtete Strickhandschuhe für Montage und Mechanik, die auch an öligen Teilen greifen, Schnittschutzhandschuhe für Arbeiten an Blech, Glas und scharfen Kanten, robuste Lederhandschuhe für Grobes, Warmes und Funkenflug, Einweghandschuhe aus Nitril für kurze schmutzige Handgriffe sowie Chemikalienschutzhandschuhe für den Umgang mit Ölen, Lösemitteln und Reinigern.
Ein eigener Bereich gilt Arbeiten an elektrischen Anlagen: Isolierende Elektriker-Schutzhandschuhe sind für einen bestimmten Spannungsbereich geprüft und behalten diesen Schutz nur, solange sie unbeschädigt sind und im Prüfintervall bleiben. Dazu kommen Ersatzhandschuhe für Sandstrahlkabinen, die zum jeweiligen Gerät passen müssen.
Den einen Handschuh für alles gibt es nicht. Jede Ausführung ist auf bestimmte Gefährdungen geprüft und trägt ihre Normkennzeichnung und PSA-Kategorie auf Handschuh und Verpackung. In der Praxis fahren Sie deshalb mit zwei oder drei aufeinander abgestimmten Typen besser als mit einem Universalmodell – und mit ausreichend Nachschub, denn ein durchgescheuerter Handschuh schützt nicht mehr, auch wenn er noch am Haken hängt.
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Was die Ziffern nach EN 388 bedeuten
Auf fast jedem Arbeitshandschuh steht ein Piktogramm mit einem Hammer und einer Folge von Ziffern. Sie lesen sich immer in derselben Reihenfolge: Abriebfestigkeit, Schnittfestigkeit im Rundmessertest, Weiterreißfestigkeit, Durchstichfestigkeit. Je höher die Ziffer, desto besser die Leistung – ein X bedeutet, dass die Eigenschaft nicht geprüft wurde. Dazu kommt ein Buchstabe von A bis F, der die Schnittfestigkeit nach einem genaueren Verfahren angibt; F ist die höchste Stufe. Ein angehängtes P steht für geprüften Schlagschutz an Handrücken und Fingern.
Wichtig ist, die Zahlenreihe nicht als Gesamtnote zu lesen. Ein Handschuh mit hoher Abriebfestigkeit, aber niedriger Schnittstufe hält rauen Werkstücken stand und schützt trotzdem kaum vor einer Blechkante. Suchen Sie zuerst die Gefährdung heraus, die in Ihrer Arbeit vorkommt, und danach die Stelle in der Ziffernfolge, auf die es ankommt: Für Blech- und Glasarbeiten entscheidet die Schnittstufe, beim Palettenhandling die Abrieb- und Durchstichfestigkeit.
Chemikalienschutz: entscheidend ist die Durchbruchzeit
Beim Umgang mit Chemikalien reicht der Materialname nicht aus. Maßgeblich ist, wie lange ein Handschuh dem Stoff standhält, denn Chemikalien dringen nicht nur durch Löcher ein, sondern wandern auch unsichtbar durch das intakte Material. Diese Durchbruchzeit wird je Prüfchemikalie gemessen und in Leistungsstufen eingeteilt; höhere Stufen bedeuten längeren Schutz. Die Buchstabencodes auf der Verpackung nennen die geprüften Stoffe – nur diese sind belegt.
Die Norm unterscheidet Typen danach, gegen wie viele Prüfchemikalien ein Handschuh eine Mindestleistung erreicht: Ein Typ mit breiter Prüfbasis ist der Allrounder, engere Typen sind auf wenige Stoffe ausgelegt. Bei den Werkstoffen gilt: Nitril ist der Standard für Öle, Fette und viele Lösemittel, Butyl und Fluorkautschuk decken Stoffe ab, an denen Nitril scheitert, und Naturlatex hat sehr guten Griff, kann aber Allergien auslösen. Ein Punkt, den viele übersehen: Ein Chemikalienschutzhandschuh, der mit dem Stoff in Kontakt war, hat seine Uhr laufen lassen – nach dem Einsatz gehört er getauscht.
Welche Beschichtung bei welcher Arbeit greift
Die Beschichtung entscheidet über Griff und Fingerspitzengefühl. Polyurethan wird sehr dünn aufgetragen und lässt das Tastgefühl fast unverändert – die Wahl für Feinmontage und Elektronik. Nitrilschaum nimmt Öl in seiner offenen Struktur auf und verdrängt es aus der Griffzone; sie greifen an öligen Teilen besser als glatte Beschichtungen. Gekrepptes Latex bietet den kräftigsten Griff bei rauen, schweren Gegenständen. Vollbeschichtete Ausführungen halten Flüssigkeiten ab, lassen aber keine Feuchtigkeit nach außen.
Daraus ergibt sich die zweite Frage: Wie lange wird der Handschuh am Stück getragen? Für langes Tragen ist ein atmungsaktiver Strickhandschuh mit Teilbeschichtung angenehmer, weil der Handrücken offen bleibt; für kurze, nasse oder ölige Arbeiten ist die Vollbeschichtung richtig. Leder ist robust gegen Hitze und Funken und deshalb bei Schweiß- und Schleifarbeiten zu Hause, verliert aber nass seine Form.
Passform – und wo Handschuhe nicht getragen werden dürfen
Die richtige Größe ist kein Komfort-, sondern ein Sicherheitsthema. Ein zu großer Handschuh wirft Falten, verliert Griff und kann sich verfangen; ein zu enger ermüdet die Hand und wird nach kurzer Zeit ausgezogen – ein Handschuh in der Tasche schützt niemanden. Messen Sie den Handumfang über den Knöcheln und orientieren Sie sich an der Größentabelle des Herstellers. Prüfen Sie Handschuhe vor jedem Einsatz auf Risse und dünne Stellen.
Und die wichtigste Ausnahme: An rotierenden Maschinen wie Bohrmaschine, Drehbank oder Bandschleifer dürfen keine Handschuhe getragen werden. Erfasst das Werkzeug den Stoff, zieht es die Hand nach – ohne Handschuh streift ein Bohrer die Haut, mit Handschuh wickelt er den Arm auf. Hier schützen nur enganliegende Kleidung, Schutzbrille und ein sicher gespanntes Werkstück.