Gehörschutz: Kapselgehörschutz und Gehörschutzstöpsel

Gehörschutz

Lärmschwerhörigkeit entsteht schleichend und ist nicht rückgängig zu machen. Kapselgehörschutz ist die richtige Wahl, wenn er häufig auf- und abgesetzt wird; Stöpsel tragen sich über den ganzen Tag angenehmer und passen unter Helm und Schutzbrille. Beide Bauarten gibt es geprüft nach den einschlägigen EN-Normen mit ausgewiesenem Dämmwert.

Der SNR-Wert gibt an, um wie viele Dezibel der Schutz den Pegel senkt. Wichtig ist dabei, nicht einfach den höchsten Wert zu wählen: Zu stark gedämmt hört man Zurufe und Maschinengeräusche nicht mehr, was neue Gefahren schafft. Als Faustregel sollten am Ohr noch etwa fünfundachtzig Dezibel ankommen.

Stöpsel wirken nur, wenn sie richtig sitzen – vor dem Einführen zusammenrollen und beim Aufweiten im Gehörgang halten.

Ersatzstöpsel SAFELINEV EN 352-2 SNR 24 dB TECWERK
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Gehörschutzstöpsel E-A-R™ Tracers™ SNR 29 dB 3M
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Bügelgehörschutz SAFELINEV Stöpsel austauschbar EN 352-2:2020 SNR=24 dB TECWERK
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Gehörschutzstöpsel SAFELINE III EN 352-2:2020 SNR 38 dB 250PA/Pk.TECWERK
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Gehörschutz SAFELINE VII EN 352-1:2020 SNR 32 dB TECWERK
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Gehörschutz SAFELINE VIII EN 352-1:2020 SNR 32 dB gepolsteter Kopfbügel TECWERK
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Ab wann brauchen Sie überhaupt Gehörschutz?

Ohne Messgerät hilft eine einfache Probe: Wenn Sie sich mit jemandem auf etwa einem Meter Abstand nur noch mit deutlich erhobener Stimme verständigen können, ist der Pegel bereits im kritischen Bereich. Winkelschleifer, Schlagschrauber, Kreissägen, Druckluftwerkzeuge und Trennarbeiten liegen regelmäßig darüber. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie laut es ist, sondern wie lange - Pegel und Einwirkzeit ergeben zusammen die Belastung.

Besonders unterschätzt wird Impulslärm: der Schlag des Hammers auf Blech, der Nagler, der Bolzensetzer, fallende Stahlteile. Solche Spitzen dauern den Bruchteil einer Sekunde, erreichen aber Pegel, die das Innenohr unmittelbar schädigen können - dafür braucht es keine Stunden. Deshalb gilt der Grundsatz, den Schutz schon vor dem lauten Arbeitsgang aufzusetzen und nicht erst, wenn es unangenehm wird.

Was sagen die Normen und Kennwerte aus?

Die Normenreihe EN 352 gliedert die Bauarten: Teil 1 beschreibt Kapselgehörschutz, Teil 2 Gehörschutzstöpsel und Teil 3 an Helmen befestigte Kapseln. Neben dem bekannten Einzahlwert findet sich auf der Verpackung die Angabe von drei Werten für hohe, mittlere und tiefe Frequenzen. Diese Aufteilung ist praktisch nützlicher, als sie aussieht: Bei tieffrequentem Lärm von Motoren, Kompressoren und schweren Maschinen zählt der Wert für tiefe Frequenzen, bei kreischenden Trenn- und Schleifgeräuschen der für hohe.

Alle diese Werte stammen aus dem Labor und setzen einen einwandfreien Sitz voraus. In der Praxis wird die angegebene Dämmung deshalb regelmäßig nicht erreicht, weshalb Fachleute mit einem Abschlag rechnen. Praktisch heißt das: Ein sauber sitzender Schutz mit mittlerem Kennwert bringt mehr als ein nachlässig getragener mit hohem.

Warum der Sitz mehr entscheidet als der Dämmwert

Bei Kapselgehörschutz muss der Dichtring rundum gleichmäßig auf dem Kopf aufliegen. Jede Undichtigkeit kostet mehr Dämmung, als der Unterschied zwischen zwei Modellen je ausmacht - und die häufigsten Leckagen sind hausgemacht: Brillenbügel unter dem Dichtkissen, Kapuzen, dicke Mützen, Haare oder Schmuck. Wer eine Schutzbrille tragen muss, wählt möglichst dünne, flache Bügel. Das Kopfband wird so eingestellt, dass die Kapsel das Ohr vollständig umschließt, statt auf der Ohrmuschel zu sitzen.

Stöpsel wirken nur, wenn sie tief genug im Gehörgang sitzen. Ziehen Sie beim Einsetzen die Ohrmuschel mit der anderen Hand nach hinten oben - dadurch streckt sich der Gehörgang. Ein richtig sitzender Stöpsel verändert den Klang der eigenen Stimme deutlich; hört sich alles noch fast normal an, sitzt er zu flach. Bügelstöpsel sind die praktische Lösung, wenn der Schutz mehrmals in der Stunde ab- und aufgesetzt wird, ein Spender lohnt dort, wo mehrere Personen arbeiten.

Was ist bei Pflege und Haltbarkeit zu beachten?

Dichtkissen an Kapseln sind Verschleißteile. Sie nehmen Schweiß und Hautfett auf, werden mit der Zeit hart und rissig und verlieren dadurch genau die Anpassungsfähigkeit, von der die Dämmung lebt. Ein Hygienesatz zum Wechseln ist deshalb kein Ersatzteil für den Schadensfall, sondern regelmäßige Wartung. Kapseln gehören nicht dauerhaft in die pralle Sonne, auf die Heizung oder in den heißen Fahrzeuginnenraum, weil Kunststoff und Schaum darunter altern.

Schaumstoffstöpsel sind für den einmaligen Gebrauch gedacht; wiederverwendbare Ausführungen werden mit lauwarmem Wasser und milder Seife gereinigt, getrocknet und in ihrer Dose aufbewahrt. Zwei verbreitete Irrtümer zum Schluss: Watte oder ähnliche Behelfe sind kein Gehörschutz, sie dämmen kaum und können im Ohr zurückbleiben. Und Musikkopfhörer ersetzen ihn ebenfalls nicht - wer die Lautstärke aufdreht, um den Maschinenlärm zu übertönen, belastet das Ohr zusätzlich. Wer den Schutz zwischendurch immer wieder absetzt, verliert überproportional viel von der Schutzwirkung - durchgehendes Tragen ist der wirksamste Hebel überhaupt.